Psychodynamischer Ansatz

Organisationen verstehen – Dynamiken bearbeiten

Der psychodynamische Ansatz geht davon aus, dass professionelles Handeln nicht allein rational, planbar oder bewusst gesteuert ist. Emotionen, Beziehungserfahrungen und unbewusste Erwartungen wirken in Organisationen fort – insbesondere in Führungsbeziehungen, Teamprozessen und Entscheidungssituationen.

Diese Dynamiken beeinflussen Zusammenarbeit, Kommunikation und Konfliktverläufe oft stärker als formale Strukturen oder Konzepte.

Zentrale Perspektiven psychodynamischer Arbeit

Übertragung und Gegenübertragung
Erfahrungen aus früheren Arbeits- und Beziehungskontexten prägen aktuelle Erwartungen, Zuschreibungen und Reaktionsmuster. In der Supervision werden diese Prozesse reflektiert, ohne sie zu personalisieren oder zu pathologisieren.

Beziehungsgestaltung und Containment
Arbeitsfähigkeit entsteht dort, wo emotionale Spannungen wahrgenommen und gehalten werden können. Containment bedeutet, schwierige Gefühle, Unsicherheiten oder Ambivalenzen auszuhalten und gemeinsam zu reflektieren, statt vorschnell zu handeln.

Emotionen im Arbeitskontext
Emotionen gelten nicht als Störfaktor, sondern als Informationsquelle. Sie verweisen auf verdeckte Konflikte, widersprüchliche Anforderungen oder unklare Rollenverhältnisse.

Organisationen als psychische Systeme
Organisationen entwickeln eigene Muster im Umgang mit Belastung, Veränderung und Konflikt. Diese zeigen sich in wiederkehrenden Themen, typischen Eskalationen oder strukturellen „blinden Flecken“.

Arbeitsweise

Die psychodynamische Arbeit ist verstehend, klärend und strukturierend. Ziel ist nicht Anpassung, sondern bewusste Gestaltung von Führung, Zusammenarbeit und organisationalen Rahmenbedingungen.

Mein Leitsatz:

Konflikte müssen auf den Tisch. Sie sind ohnehin da.